Das Forum Romanum ist eine Ansammlung von Antiken und Überresten, die zum Teil schön aufeinandergeschichtet eine Ahnung von der Größe des Römischen Reiches vermitteln. Richtig vorstellen kann man sich das alles nicht. Wie gut, dass die U-Bahn-Station Colosseo neu gebaut wurde und man einen größeren Trakt übrig hatte, in dem Artefakte aus dem Boden und eine beeindruckende Videoinstallation den Wandel dieses Areals eindrucksvoll dokumentierten. Anhand der fantastischen Überblendungen konnte man bereits im Untergrund eine genaue Vorstellung von Lage und Aussehen gewinnen und ging mit ganz anderen Augen wieder an die gleißende Oberfläche.
Das Colosseo, umtobt von Schaulustigen, umrundeten wir noch die prachtvolle Ausgestaltung von einst im Sinne und wandten uns der Parkanlage Villa Celimontana zu. Diese war einst eine Oase während meines römischen Aufenthaltes, weit ab vom Lärm der Stadt. Nun weckten wir ihn aus dem Dornröschenschlaf, in dem er sich trotz Baustellenschildern, die seine Wiedererweckung ankündigten, noch befand.
Ein einsamer Gärtner hackte in den vollkommen überwucherten Beeten, und das Rondell mit den Bänken stand noch immer, aber nur verzweifelt Ruhesuchende bevölkerten den Park.
So zog es uns weiter zu Kirchen am Rande, an die ich mich noch erinnerte: San Stefano Rotondo. Eine sehr eigentümliche Kirche mit drastischen Märtyrerdarstellungen. Wir gehörten leider nicht zu den Besuchern, weil an diesem Ort gerade eine Hochzeit stattfand.
In einer Bar nahe San Giovanni in Laterano stärkten wir uns, bevor wir den Moses von Michelangelo in San Pietro in Vincoli besuchten. So eindrucksvoll, dieses im Seitenschiff schimmernde Kunstweek. So abschreckend der ewige Strom des Sehenswürdigkeitsabhaker – betrachtet wurde er weniger als vielmehr zur Kulisse von Selbstporträts herhaltend. Ich war aus der Erinnerung noch hinreichend beeindruckt und verharrte ein wenig vor dem. grossartigen Werk. Für drei Euro gab es eine Replik auf dem Vorplatz.
Dann ging es in mein altes Viertel, in die Via del Boschetto 15, wo ich ein Erinnerungsfoto vor meinem Fenster schoss. Inzwischen war aus der Wohnung der Künstlerfamilie eine Pension geworden, die sich im Internet buchen lässt. Vielleicht könnte man sie noch einmal für den nächsten Romaufenthalt in Erwägung ziehen. Die Straße selbst war lebendig. In einem Restaurant wurde kontemplativ Pastateig geknetet. Über die Via Cavour dann zum Quirinalspalast, der hoch über der Stadt thront, aber auch durch Bautätigkeiten beeinträchtigt war.
Das Gewühl der Altstadt – wo der Trevibrunnen vor Menschen barst. Ein regulärer Zugang war gar nicht möglich. Und von Weitem betrachteten wir den Wasserbändiger. Durch die Gassen an einen stillen Ort zu gelangen ist nicht einfach, aber nahe der amerikanischen Botschaft, durch Poller gesichert, ging es etwas ruhiger zu. In der Bar Sant’Eustachio genossen wir den legendären Kaffee, bevor wir uns zu Fuß in unseren ruhigen Teil von Trastevere zurückzogen.
Also schauen wir mal, wer sich für Testaccio interessiert, den Scherben- und Schlachthofviertel Roms…