
Am Wochenende nahm ich an einer sogenannten Radtouristikfahrt, kurz RTF, teil. Sie führte von Immendorf durch Vorgebirge bis ins Hohe Venn und umfasste eine Wegstrecke von knapp 200 km. Eigentlich verrückt, aber gegen ein moderates Startgeld von 17 € und dem Versprechen von Verpflegungsstation alle 30 km ein Unterfangen, das ich auf jeden Fall einmal ausprobieren wollte.
Aus dem Kreis meiner Fernpendler verabredete ich mich mit einigen, deren Geschwindigkeit und Fahrstil ich kenne und rasch bildete sich eine muntere Gruppe, mit der wir zur frühmorgendlichen Stunde Richtung Eifel aufbrachen. Dass der erste Berg gleich mit 30 km/h genommen wurde, schien mir morgendlicher Übermut. Aber die Erfahrung, in der nach und nach immer größer werdenden Gruppe zu fahren und sich nur hinten dran zu hängen und mit treiben zu lassen, war schön. Ab und an verlor ich allerdings den Anschluss, sah meine Gruppe Meter um Meter entschwinden, stellte sie aber immer wieder, wenn eine Ampel auf Rot sprang oder eine Schranke sich senkte. Am Ende kamen wir doch gemeinsam ins Ziel.

Es war einfach großartig, eine Tour de France vor der Haustür mit einer Fahrt durch Teile der Eifel, die ich noch nie gesehen hatte. Am frühen Nachmittag war ich wieder daheim, hatte viel gesehen und es kam mir fast vor wie eine Kurzreise nach Sumatra, jedenfalls zu vollkommen unbekannten Welten vor der Haustür.