Der Blick öffnet sich schon südlich — diese Champagne. Es wird sanfter. Eine wunderbare Landschaft. Der Wind weht sehr kräftig aus Südwest. Aber mit einigen Pausen am Wegrand gelangen wir dennoch am frühen Nachmittag nach Rethel.
Mittwoch, 10. Juni 2026
Landschaftskino oder Ackergaul trifft Weidekühep
Der Blick öffnet sich schon südlich — diese Champagne. Es wird sanfter. Eine wunderbare Landschaft. Der Wind weht sehr kräftig aus Südwest. Aber mit einigen Pausen am Wegrand gelangen wir dennoch am frühen Nachmittag nach Rethel.
Dienstag, 9. Juni 2026
Sekt oder Selters…?
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Tanze Sambre mit mir, ein gestrandeter Wal und immer schneller als die Wetterfront – Thuin - Formies
Direkt an der Sambre kehren wir in eine Boulangerie ein: vier Pains au chocolat. In einer zweiten holen wir zwei Kaffee. Wir frühstücken in der Morgensonne.
Dann beginnt ein Tanz entlang der Windungen des Flusses. Ein gut angelegter Uferweg führt uns durch stille, idyllische Landschaft nach Westen. Kein Schiffsverkehr. Dafür alte Schleusen, sorgfältig nummeriert, umgeben von ein paar Häusern. Alle acht Meter steht eine kräftige Schwarzpappel. Ein Bilderbuchweg.
In der Ferne die bewehrten Kirchen der Gegend, umgeben von Häusern aus grauem Stein. Kühe auf den Wiesen. Und hier endlich ein kleiner Lastkahn, der sich langsam vorarbeitet.
Zwanzig Kilometer Flussweg – wie im Paradies. Die Grenze zeigt sich schlicht: belgischer Asphalt weicht französischem Schotter. Wir kommen nach Jeumont, dem Grenzort, und verlassen ihn gleich wieder. Immerhin, ein Schild nach Paris. Es geht weiter nach Süden, in den Naturpark L’Entre-Sambre-et-Meuse.
Die Landschaft ist landwirtschaftlich geprägt. Weite Wiesen, darauf verstreut Baumgruppen. Es geht auf und ab. Hecken säumen den Weg und brechen den Südwestwind, der an diesem Tag kräftig weht. Eine Wiese lädt zur kurzen Rast ein. Unwillkürlich ragt in den Feldern ein französischer Bunker aus dem Grün – wie ein gestrandeter Walfisch, der traurig in die Landschaft blickt, ein Relikt der Kriege, die hier zwischen Deutschen, Franzosen und alliierten Truppen tobten.
Dann weiter nach Solre-le-Château. Auf dem Marktplatz kehren wir ein. Die Bar ist offen. Wir sitzen unter dem Kriegerdenkmal, frische französische Fahnen flattern. Menschen schlendern vorbei. Schaukeln, Kleiderstände, Obst aus der Region.
Eine Wetterfront rückt näher. Nieselregen mahnt zur Eile. Also weiter zum Ziel: Fourmies. Ein alter Industriort. Hier nahm die Arbeiterbewegung des 1. Mai ihren Lauf – nach dem Massaker von 1891, als Soldaten auf streikende Arbeiter schossen.
Wir fahren hinaus zu mehreren Teichen einer ehemaligen klösterlichen Fischzucht. Heute ein stilles Freizeitgebiet. Ein Restaurant am See hat gerade geöffnet. Ein Strandbad alter Schule gibt es auch. Wir kehren zum Essen ein und belohnen uns.
Das Hotel liegt gleich daneben. Einfacher geht es nicht.
Erkenntnis des Tages: Flüsse tanzen, wenn ihr Schwung und Glitzer stimmen.
Montag, 8. Juni 2026
Your Disco Needs You – Ciney - Thuin
Sonntag, 7. Juni 2026
Kopfsteinpflasterparadies
Ardennen – Alles außer flach – Stavelot - Ciney
Nach kurzer Rast durchfahren wir den munter bevölkerten Ort und verlassen das Tal über einen steilen Anstieg. Die Belohnung ist grandios. Eine Hochebene, die im Zweiten Weltkrieg als Abwurfpunkt für Fallschirmspringer und Nachschub diente, lässt uns von einem Aussichtspunkt über die gesamte Landschaft blicken.
Samstag, 6. Juni 2026
Kurz fahren, viel sehen
Dass wir ausgerechnet dort Unterkunft nehmen würden, wo der junge Dichter Apollinaire mit neunzehn Jahren Zeit verbrachte, bevor er von hier ohne Begleichen der Pensionsrechnung nach Paris entfloh, konnten wir nicht ahnen, als wir die Buchung vornahmen.
Ein schöner Zufall. Wir erholen uns noch ein wenig auf dem hübschen Platz des Ortes, gehen in die nahe Pfarrkirche Sankt Sebastian und bewundern in einem kunstvollen Goldschrein die Reliquien des heiligen Remaclus. Das Kloster ist seit der Säkularisierung bald eine Ruine geworden und später wieder neu entdeckt worden; seit 2002 beherbergt es verschiedene Museen, ein schönes Café und dient als Ort für Hochzeitsfeiern. Das Motorsportmuseum huldigt der nahen Strecke von Spa-Francorchamps mit einer grandiosen Sammlung von Motorrädern und Rennwagen aus allen Epochen. Wirklich bemerkenswert. Es gibt sogar eine Michel-Vaillant-Ecke.
So vergeht die Zeit, bis unsere Pension öffnet. So vielfältig. Überrascht dann noch eine Fotoausstellung des hier ansässigen Künstlers zur Jahrhundertwende zum zwanzigsten Jahrhundert.
Erkenntnis des Tages: Kurze Etappen lassen viel Raum für Kultur.
Réseau Autonome de Voies Lent. Stadtkyll – Stavelot
Unterwegs sein
An dem Tag, an dem Bonn seinen Verkehrsinfarkt erlebt, den Verlust der Nordbrücke betrauert und fassungslose Verantwortliche vor den Rissen unseres Mobilitätsverhaltens stehen, fuhren wir mit der Eisenbahn in die entgegengesetzte Richtung.
Auch diese Strecke wird saniert und elektrifiziert und steht an Wochenenden nicht zur Verfügung. Wenn sie wieder vollumfänglich fährt, ist sie ein Traumabschnitt deutscher Reisekultur und verbindet Bonn mit Trier. Grund genug, bis tief in die Eifel zu fahren und von dort auf stillgelegten Eisenbahntrassen, die für Wanderer und Radfahrer wieder erschlossen wurden, diese Kulturlandschaft auf vielfältige Weise zu durchqueren. Vorfreude.
Wenn wir zurückkommen, ist Bonn vielleicht wieder in der Römerzeit angekommen: Der Rhein als Grenze zu Germanien, der Verkehr aufrechterhalten mit uralten Fährrechten – und die Einsicht gereift, dass wir unser Land nicht weiter kaputtfahren können. Hoffentlich.
Freitag, 5. Juni 2026
Tour de Champagne. Bonn – Meckenheim/Römerkanal & Jünkerath – Stadtkyll
Kann man in den Urlaub verreisen, ohne sich den üblichen Strömen anzuschließen oder in die Drehkreuze des Tramsports zu geraten?
Wir wollen es einmal ausprobieren. Los geht’s. 10 Tage mit dem Rad von der Haustür Richtung Frankreich.
Freitag, 15. Mai 2026
Die Kathedrale des Verkehrs los
Nach den Kathedralen des Glaubens zum Schluss die Kathedrale des Verkehrs.
Die Fahrt aus Rom mit dem Zug verlief reibungslos. Im Innern des Airports: Kommerz und Betrieb ohne Ende. Die Flagship-Stores Italiens versammeln sich hier an einem Ort.
Hier zeigt sich mehr vom italienischen Geschmack als in ganz Rom, das oft von Sakral- und Andenkenkitsch überzogen wirkt.
Arrivederci!
Das alte Rom im Gasometer.
Rom hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen hohen Energiebedarf. Moderne Dieselturbinen lieferten Strom. Am Ufer des Tiber, im Stadtteil Ostiense, entstanden eindrucksvolle Anlagen. Von hier aus versorgte man große Teile der Stadt.
1967 schaltete man das Werk ab. Die Maschinen blieben. Lange wusste niemand, was mit diesen Relikten des Energiezeitalters geschehen sollte. Erst als andere Museen renoviert wurden, kam eine Idee auf. Man brachte Statuen aus der römischen Antike hierher.
Man arbeitete den Komplex behutsam auf. Zwischen die gewaltigen Maschinen stellte man Büsten, Sarkophage und andere Artefakte. Es entstand ein Spannungsfeld, das sofort fesselt.
In einem sonst wenig anziehenden Viertel ist so ein Ort für Kulturinteressierte entstanden. Wir verbrachten dort einen halben Vormittag. Es lohnte sich. Über alte Mosaiken gehen, Sarkophage betrachten, die Entwicklung der Porträtkunst verfolgen – das alles an einem Ort.
Herrlich!