Dienstag, 28. April 2026

Auf Drachenjagd

Mit der ältesten Zahnradbahn Deutschlands geht es auf Drachenjagd. Die Garnitur von 1955. Über die steile Rampe hinauf bis zum Fuße. Überschaubare Technik. Zuverlässig gewartet. Zahn für Zahn klettern wir nach oben. 
Auf den Spuren Siegfrieds.


Samstag, 25. April 2026

Moby Dick



Gegenwärtig kümmert sich die Nation um einen festgestrandeten Wal in der Ostsee – doch die Natur geht eigene Wege. 

Wir haben uns am Wochenende für den seit 60 Jahren zuverlässig verkehrenden Stahldampfer Moby Dick entschieden und fuhren zur verspäteten Feier eines runden Geburtstages mit allen Schwestern, ihren Männern und der Mutter zum Drachen. Schöne Rheinpartie für alle.


Sonntag, 19. April 2026

Go, Jogi, Go

Mit meinem Freund J bin ich von Zeit zu Zeit zu einer Radtour verabredet. In diesem Jahr stand mir das Wahlrecht zu, und ich zögerte nicht lange: eine Fahrt an der schönsten Frittenbude im Venn, Richtung Kurort Spa.
Große Teile der Strecke lassen sich über eine alte Eisenbahntrasse bewältigen, aber zur Erinnerung an die Topographie des Hohen Venns waren ein paar Serpentinen eingestreut. Zu Fuß ging es allerdings erst einmal flach, an einem einsamen Brückenbauwerk vorbei – einem Relikt aus einer von Träumen der individuellen motorisierten Mobilität beseelten Gesellschaft –, Richtung Rurtalsperre. Dazu muss man erst einmal klettern, um schließlich von oben einen Blick auf das fjordähnliche Gewässer zu haben.
Wie gut, dass die gelben Köstlichkeiten Belgiens an einem schönen Straßenschnittpunkt aufs Feinste zubereitet als Stärkung für den letzten Teil der Strecke bereitstanden, der uns in den wunderschönen Kurort Spa führte. 


Mit wunderbarem Frühstück ausgestattet, ging es bei sonnigem Wetter am nächsten Morgen weiter in die Ardennen – und welch ein Glück: jeder Meter davon auf der alten Bahntrasse Spa–Stavelot, über eine Querverbindung zur Vennbahn und über die Venn-Querbahn bis nach Jünkerath. Der Wind blies aus allen Richtungen, also hatten wir ab und zu auch schönen Gegenwind. Die schönen Orte flogen an uns vorbei, und bald erreichten wir den Bahnhof Jünkerath.
Die Kylltalbahn und die Eifelbahn sind nach der Sommerflut 2021 nun fast wieder hergestellt und bald sogar elektrifiziert. Schnell brachte uns der Zug bis nach Rheinbach, und die letzten 18 km schafften wir dann auch noch mit dem Rad. Welch eine Inspiration, am Morgen sogar die aktive Rennstrecke Spa-Francorchamps zu passieren, wo ein Amateur-Porsche-Cup für eine grandiose Soundkulisse auf dem malerischen Kurs sorgte.​​​​​​​​​​​​​​​​


Dienstag, 14. April 2026

Die Außerirdischen kommen

Die Außerirdischen kommen in den Starenweg. Diesen Besuch hat es seit Errichtung dieser Wohnstraße in den frühen Neunzehnhundertsechzigerjahren noch nicht gegeben. Der Kehrwagen der Stadt Bonn. 

Passend, dass gerade Menschen im All unterwegs waren und den Mond umrundeten. Mindestens auf einer Stufe war der Besuch des Kehrwagens der Stadt Bonn, die mit ihren bunten Slogans ein weiteres Signet der stolzen Geschichte dieser Stadt hinzufügen konnte. 

In der Nachbarschaft wurde dieses Gefährt mit unterschiedlichem Echo begrüßt. Einige Nachbarn fürchten erstmals erhobene Straßenabgaben, während wir uns doch für die Trinkgeldlösung an das Kehrmönnchen entschieden hätten. Wie auch immer: Die Straße ist blitzblank.​​​​​​​​​​​​​​​​


Freitag, 27. März 2026

92


So ein 92. Geburtstag ist nicht selbstverständlich, aber doch immer ein Höhepunkt im beginnenden Frühling. Gemeinsame Feier beim Mittagessen und gedanklich alle Lieben dabei.

Mittwoch, 25. März 2026

Blau



Seit der Nordkapfahrt ist mein Faible für blaues Licht noch weiter gestiegen. Wie schön, dass ich im Fundus unserer Kunst nun ein passendes Bild für mein Büro gefunden habe.


Montag, 23. März 2026

Querbeet



Manchmal kann man sich über ein Jahr auf irgendetwas freuen. Meine Erinnerungszettel.


Donnerstag, 19. März 2026

Heute ein Interview



Live-TV gehört inzwischen zur beruflichen Arbeit, diesmal auf dem 27. Deutschen Insolvenzrechtstag, wo ich die beiden Co-Vorsitzenden interviewt habe. Zu Trainingszwecken habe ich mir dann bei YouTube einige „Heute Journals" angesehen. Es hat dann ganz gut geklappt.


Donnerstag, 12. März 2026

Pendelbewegung




Pendelbegegnung – ab und zu verabreden sich die mir Entgegenkommenden morgens per WhatsApp, und so treffe ich Dav1d am Hafen in Hersel. Der Weg zur Arbeitsstelle ist nicht so schön wie der Weg zur Familie. Wie schön, sich dann in der Mitte zu treffen.




Samstag, 7. März 2026

Im Kino



Gestern Abend waren wir im Rex Kino. Das ist eine Institution und im Inneren vermutlich so gut wie unverändert. Gezeigt wurde Marty Supreme, ein bei der Kritik hervorragend bewerteter Film. Es ist die zweite Woche, in der er läuft. Es ist Samstagabend. Und doch ist das Kino vielleicht zu einem Fünftel besetzt.

Schön, dass es noch Kinobetreiber gibt, für die es sich in irgendeiner Form rechnet – und auch immer wieder schön, in den vertrauten Vorführräumen zu sitzen. Der Sound ist hervorragend. Das Bild wunderbar.

Es ist klar, dass die Streamingdienste das nicht bieten können. Es ist auch klar, dass sich diese Orte im Rückzug befinden. Schade – aber wir selbst sind auch nicht mehr häufige Gäste.






Freitag, 6. März 2026

Schöne Fährien



Im Laufe der Jahre habe ich viele Fähren zwischen dem römischen und dem germanischen Rheinufer ausprobiert. Die beste Stimmung ist die auf der Fähre zwischen Bad Honnef und Rolandseck. Da ist man so weit von Brücken entfernt, dass es einfach viele Stammgäste gibt, die die Betreiber freundlich grüßen. Und an einer dramatisch schönen Stelle quert man den Rhein. Herrlich. So geht Fährien im Alltag.​​​​​​​​​​​​​​​​

Donnerstag, 26. Februar 2026

Abwarten und TEE trinken



Stell Dir vor, Du fährst nach Hamburg und statt des ICE kommt der TEE. Nehmen wir…


Montag, 16. Februar 2026

Haushaltsgerätexorzismus



Seit Jahren ist unser Staubsauger im Einsatz. Er trägt den Namen Kobold – und benimmt sich gelegentlich auch so: eigensinnig, rätselhaft und mit einer gewissen Neigung zum Verschwinden aus der Funktionswelt. Wenn er streikt, beginnt die Expedition durch die Tiefen des Internets. Forenbeiträge werden studiert wie alte Missionsprotokolle, jede Spur verfolgt. Gestern war es wieder soweit. Erst der hundertste Eintrag brachte die erlösende Idee: eine Behandlung mit hochkonzentriertem Alkohol. Und siehe da – der Kobold erwachte erneut zum Leben. Manchmal braucht es eben kein neues Gerät, sondern nur Geduld, kollektive Schwarmintelligenz und ein wenig Desinfektionsmittel.


Sonntag, 15. Februar 2026

Die 165. Krankenkommunion



Die Krankenkommunion gehört zu den Dienstleistungen der katholischen Kirche, die bei denjenigen, die sie bestellt haben, mit großer Freude entgegengenommen wird. Kurze Gespräche, manchmal in kürzester Zeit der Abriss über ein ganzes Leben und die Gewissheit, dem Patienten etwas Gutes getan zu haben, ohne annähernd in der Lage zu sein, medizinisch zu helfen. Meistens singe ich zum Schluss, und das klappt meist sogar mit denjenigen, mit denen vorher kaum ein Gespräch möglich war. So auch heute.


Samstag, 14. Februar 2026

Das aktuelle Sportstudio



Früher war dies ein Pflichttermin, für den ich auch jede Jugendfete pünktlich um 22 Uhr verlassen habe. Am kommerziellen Sport habe ich nun nicht mehr viel Gefallen, ich treibe ihn lieber selbst in meiner Freizeit. Für diesen Winter habe ich dafür im Keller ein kleines Sportstudio eingerichtet, das mir ermöglicht, weltweit auf meinem Fahrrad unterwegs zu sein und zugleich mein Media-Wunschprogramm mit Dokumentationen und Serien auf den danebenliegenden Monitor zu zaubern. Der Sound kommt aus meiner alten Stereoanlage und wunderbaren Boxen. Ganz schön und dem ehemaligen Kellerkind angemessen. Ist es nicht schön, selbst mein Schreibtisch aus Kindertagen tut noch seinen Dienst?!


Sonntag, 8. Februar 2026

Karnevalsgondeln



Zu den karnevalistischen Traditionen gehört offenbar auch ein Gondel-Wettfahren: Die Boote selbst blieben erstaunlich schlicht, doch die Ruderer erschienen in fantasievollen Kostümen, eskortiert von der lokalen Wasserpolizei wie eine kleine schwimmende Prozession. Lautlos glitten sie über den Canal Grande, während am Ufer neugierige Zuschauer standen und das Schauspiel beinahe beiläufig genossen.

Samstag, 7. Februar 2026

Palazzo Contarini Polignac



Von unserem Hotel direkt am Canal Grande, sind wir einfach nur den Kanal mit der Gondel überquerend zum Palazzo Contarini Polignac gelangt. Der Renaissancepalast war einst Treffpunkt von Künstlern und Schriftstellern; diese Geschichte scheint noch heute in seinen Mauern nachzuklingen. Nun entziehen wir den schwimmenden Gefährt, werden von Fanfarenbläsern in unserer Kostümierung begrüßt und tauchen maskiert in eine andere Welt…


Leben am Canal



Das Privileg, in einem Hotel direkt am Canal Grande übernachten zu können, gab mir die Möglichkeit, eine zweistündige Ruhepause mit Blick auf diese Wasserstraße zu verbringen und dabei Thomas Manns großartige Erzählung „Tod in Venedig“ zu genießen. Die Kulisse hat sich kaum verändert und die fauligen Gerüche dringen auch zu mir. Ich kann mich aber sicher auf die heutigen Hygienestandards verlassen und muss wohl die Pest nicht fürchten…



Kreuz und quer



Beim Rundgang durch Venedig ließen wir uns natürlich vollkommen treiben, folgten dem Weg mal hierhin, mal dorthin, immer die kleinen Seitenarme der Kanäle im Blick, Treppe auf, Treppe ab, mal in eine Bar einkehrend, mal neugierig in einen Hinterhof schauend, sodass wir nach und nach die unterschiedlichen Quartiere in Augenschein nehmen konnten. Achja, und dann an der Akademie. Noch über die Brücke ins Hotel am Canal.




Abseits



Manchmal führen einen überraschende Wendungen in stille Bereiche der Stadt: ein Altersheim, eine kleine Bar, in der sich die Bewohner zum Gespräch treffen.