Zu den karnevalistischen Traditionen gehört offenbar auch ein Gondel-Wettfahren: Die Boote selbst blieben erstaunlich schlicht, doch die Ruderer erschienen in fantasievollen Kostümen, eskortiert von der lokalen Wasserpolizei wie eine kleine schwimmende Prozession. Lautlos glitten sie über den Canal Grande, während am Ufer neugierige Zuschauer standen und das Schauspiel beinahe beiläufig genossen.
Sonntag, 8. Februar 2026
Samstag, 7. Februar 2026
Palazzo Contarini Polignac
Von unserem Hotel direkt am Canal Grande, sind wir einfach nur den Kanal mit der Gondel überquerend zum Palazzo Contarini Polignac gelangt. Der Renaissancepalast war einst Treffpunkt von Künstlern und Schriftstellern; diese Geschichte scheint noch heute in seinen Mauern nachzuklingen. Nun entziehen wir den schwimmenden Gefährt, werden von Fanfarenbläsern in unserer Kostümierung begrüßt und tauchen maskiert in eine andere Welt…
Leben am Canal
Das Privileg, in einem Hotel direkt am Canal Grande übernachten zu können, gab mir die Möglichkeit, eine zweistündige Ruhepause mit Blick auf diese Wasserstraße zu verbringen und dabei Thomas Manns großartige Erzählung „Tod in Venedig“ zu genießen. Die Kulisse hat sich kaum verändert und die fauligen Gerüche dringen auch zu mir. Ich kann mich aber sicher auf die heutigen Hygienestandards verlassen und muss wohl die Pest nicht fürchten…
Kreuz und quer
Beim Rundgang durch Venedig ließen wir uns natürlich vollkommen treiben, folgten dem Weg mal hierhin, mal dorthin, immer die kleinen Seitenarme der Kanäle im Blick, Treppe auf, Treppe ab, mal in eine Bar einkehrend, mal neugierig in einen Hinterhof schauend, sodass wir nach und nach die unterschiedlichen Quartiere in Augenschein nehmen konnten. Achja, und dann an der Akademie. Noch über die Brücke ins Hotel am Canal.
Freitag, 6. Februar 2026
Durch die abendlichen Gassen
Der Zauber italienischer Städte besteht doch auch darin, dass die Beleuchtung spärlich ist und sich einzelne Lokale oder Stände wie kleine Kunstwerke präsentieren: der Blumenstand, der Kiosk.
Ankunft in Venedig
Ankunft am Abend mit dem Zug in Venedig. Im Dunkeln präsentiert sich diese unwirkliche Stadt noch geheimnisvoller. Ein Treiben am Wasser, auf den Booten, ein geschäftiges Hin und Her im Vaporetto, zugleich fließig und gemächlich. In 30 Minuten zur Akademie. Wunderbar.
Montag, 2. Februar 2026
Stairway to Heaven
Im Laufe der Jahre und nicht zuletzt nach über einem Jahr Repair-Café steigen auch die Kompetenzen beim Heimwerken. Selbst Metallbearbeitung ist möglich, und so konnte unser Aufstieg zum Himmel auch wieder in Ordnung gebracht werden, sodass wir zur Sternbeobachtung nach oben steigen können. Wie schön.
Samstag, 31. Januar 2026
Freitag, 30. Januar 2026
Evolution
Eine Karnevalssitzung fällt nicht vom Himmel. Es bedarf vieler Talente und Überlegungen, um daraus ein Programm zu machen, das den Ortsteil bewegt.
Wenn die Speisekarte steht, kann ich servieren. Dafür nehme ich mir einen Tag Zeit. Den Erlös spenden wir auch diesmal für die Renovierung der Kirche. Ansonsten fließt er in unsere Chorprojekte.
Sonntag, 18. Januar 2026
Dot üch freue – Mundartmesse 2026
Seit 2007 bereichert der Gottesdienst in rheinischer Mundart – kurz: die Mundartmesse – in der Karnevalszeit die liturgische Ordnung. Ins Leben gerufen wurde sie vom Organisten Günther Besseler gemeinsam mit dem Pfarrcäcilienchor St. Barbara in Ippendorf. In diesem Jahr hatte der Chor nun bereits zum zweiten Mal Gelegenheit, die alljährliche Messe in St. Sebastian vor großem Publikum zu feiern. Grund hierfür sind die laufenden Renovierungsarbeiten in St. Barbara.
Die Mundartmesse ist ein Magnet – nicht nur für viele Gläubige, sondern auch für Menschen, die der Kirche eher fernstehen und aus Neugier, vom Hörensagen geleitet, den Weg in die Kirche wagen. Und sie werden nicht enttäuscht. Bekannte karnevalistische Weisen, sorgsam in Mundart auf christliche Botschaften umgedichtet, stellen den Zusammenhang zwischen Karneval und Glauben ganz augenfällig her. Das Mitfeiern fällt leicht. Exklusive Texthefte erleichtern das Mitbeten im heimatlichen Idiom. Und wenn dann auch noch altbekannte Kirchenlieder op Bönsch erklingen, spürt man diesen besonderen Zauber, der sich nicht selten in Gänsehaut äußert.
Für einen solchen gelungenen Gottesdienst braucht es viele Zutaten: den kräftigen Chorgesang, einstudiert vom Spiritus Rector dieser Messe, Günther Besseler, die mitreißende Begleitung durch die Bläser- und Schlagzeugbesetzung, die es versteht, von der Orgelbühne aus das gesamte Kirchenschiff mitzunehmen. Dem steht die Predigt von Pfarrer Bernd Kemmerling, einem bergischen Jungen, in nichts nach. In schwierigen Zeiten setzt er mit dem Grundmotiv „Dot üch freue“ einen wohltuenden Kontrapunkt zur allgemeinen Verzagtheit. Die Predigt mündet am Schluss in das altbekannte Lied „Wenn am Himmel die Sterne tanzen“ und verbindet so Wortverkündigung und Gemeinde auf besonders berührende Weise.
Die Fürbitten, textlich angelehnt an Motive bekannter Karnevalslieder, sind ein Meisterstück aus der Feder von Kalle Krohn und gehen ebenso zu Herzen. Welch wunderbarer Auftakt zur fünften Jahreszeit: Akzente setzend, nahbar, zugewandt, und Kirche in einer sehr menschlichen Dimension zeigend. So öffnen sich am Ausgang – nicht zuletzt dank des warmherzigen Appells von Diakon Paul Kirschner – auch die Geldbörsen und bescheren dem Chor eine stattliche Spende, die es ermöglicht, die Chorarbeit im Dienst des Pfarrverbands wirksam fortzuführen.
Zum Auszug spielt die Orgel gemeinsam mit den Bläsern „Echte Fründe“. Der Strom der Gläubigen trifft sich anschließend im Vorraum der Kirche bei Kaffee und Gebäck und lässt diesen herrlichen Sonntag gemeinsam ausklingen.
Donnerstag, 15. Januar 2026
Traum
Als Sitzungspräsident schaut man sich die großen kommerziellen Karnevalsveranstaltungen natürlich mit ganz anderem Interesse an. Jahr für Jahr darf ich in den Gürzenich und zur Kostümsitzung der Großen von 1823. Der Sitzungspräsident dort ist katholischer Pfarrer und mir sehr sympathisch. Sein Programm ist im Vergleich zum Chorkarneval bei uns in Ippendorf überschaubar. Der Austausch mit ihm ist berührend. Nach der Karnevalssession haben wir uns verabredet. Seinen übersichtlichen Programmzettel nehme ich als Talisman für meine eigene Sitzung.
Und den Blick in den Gürzenich von seinem Platz aus wollte ich auch einmal genießen. Herrlich!
Sonntag, 11. Januar 2026
Weihnachtsfrühstück
Lange nach Weihnachten freut man sich auch noch über die Geschenke. Hier ein Panettone, den uns die Eltern traditionell bestellen. Danke.
Samstag, 3. Januar 2026
Traditionsessen
Aus dem traditionellen Dampfnudelessen ist ein jährlicher Termin zur gemeinsamen Zusammenkunft der alten Nachbarschaft geworden. Diesmal trafen wir uns in Nippes unterm Dach. Herrlich.
Donnerstag, 1. Januar 2026
Die 9.
Es hat neun Jahre gedauert, nun ist die Beethovenhalle wieder auf. Neujahrskonzert, die Neunte von Beethoven unter Leitung des Generalmusikdirektors Kaftan. Höhepunkt.
Sonntag, 28. Dezember 2025
Winterfreuden
Natürlich ist offensichtlich, dass sich unser Klima verändert hat. Nach vielen milderen Wintern fällt dieser Winter jedoch nach Weihnachten umso kräftiger aus und beschert uns wunderbare Momente auf dem Annaberger Feld.
Samstag, 20. Dezember 2025
Großes Kino?
Früher war mehr Kino hier. Im „Metropol“ habe ich Titanic gesehen. Ich mochte den großen Zuschauerraum. Ganz offensichtlich ließen sich Einzelkinos in den Innenstädten jedoch nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Vor einigen Jahren hat eine Buchhandelskette diesen Raum umgestaltet. Und tatsächlich passieren hier immer noch epische Geschichten. Man kann sie kaufen. Auch schön. Und es riecht nicht nach Popcorn. Super.
Freitag, 19. Dezember 2025
Ludwig ist‘s Wurst
Als Bonn Hauptstadt war, war der Bonner Markt die Herzkammer. Politiker ließen sich hier sehen und kamen mit dem Volk in Berührung. Heute erlebt man neben den Marktbeschickern und Marktschreiern die bunte Welt der Imbisskultur. Da darf unser großer Sohn nicht fehlen. Ist ihm aber Wurst.
Mittwoch, 17. Dezember 2025
Mehr »NEIN« sagen
In einer Welt, in der scheinbar alles geht, tut es gut, auch einmal die Pausentaste zu drücken. Nein ist besser als immer Ja. Das ist mein Lieblingsgraffito auf der Pendelstrecke.
Donnerstag, 11. Dezember 2025
Spendenfinanziert
Das Weihnachtsoratorium war mit erheblichen Kosten verbunden, die beide Chöre im Vorfeld gemeinsam getragen haben. Durch freiwillige Spenden am Ausgang wollten wir diese Belastung möglichst deutlich reduzieren. Die Wirklichkeit war erfreulich großzügig: Am Ende mussten wir nur noch einen kleinen Restbetrag im niedrigen dreistelligen Bereich ausgleichen. Das ist überwältigend – und zeigt, dass wir unser Publikum erreicht haben. Man kann also Großes wagen.