
Egal, wie rum die Welt sich dreht, die Klosterglocke in der Klausur des Klosters E./Obb. beendet den Schlaf unwiderruflich. Natürlich gibt es unter den Mönchen auch hartgesottene, die auch den "Erinnerungsruf" ignorieren, was in etwa bedeutet, das man nach einem Schlag mit den Holzhammer auf den Kopf sich kratzte und "Ist was?" murmelt.
Es war kalt in diesen Tagen und wer sich schlaftrunken durch die dunklen Flure zur Kapelle bewegte, wurde anschließend von der Gleichförmigkeit des Gebets wieder geistig gebettet.
Aber die Gliederung des Tages durch Morgen- und Mittagshore, Vesper und der Komplet zum Abschluss des Tages schafft in den Zwischenzeiten reichlich Raum für intensive Tätigkeiten. Im Übrigen muss man sich ja um nichts kümmern, die Mahlzeiten finden jeden Tag zur gleichen Zeit und Länge statt und langweilig war das Essen nie in den nun 22 Jahren, die ich nach E. komme. Freitags gibt es selbstverständlich keinen Aufschnitt und mittags Fisch. An den übrigen Tagen bei Fleischgerichten nur welche aus eigener Bioproduktion.
In der abendlichen Rekreation im Refektorium wird erzählt oder geschafkopft, ehe ein letztes Mal die Hausglocke erschallt und zur Komplet ruft. Nach dieser um 20.00 Uhr ruht das Kloster, es ist mucksmäuschenstill... bis 4.50 Uhr.