Samstag, 26. März 2016

Chicken McDomingo: Von Azofra nach Tosantos 45,7 KM

Früher Aufbruch. Vielversprechender Tag dem Himmel nach. Ich verließ die Herberge, kam an einer uralten Gerichtssäule vorbei und hatte einige Zeit parallel zur Autobahn zu verbringen. Das frühe Licht verlieh mir einen Heiligenschein, ehe ich die Felder verließ und auf einen Golfclub stieß, der sogar ein Pilgerfrühstück anbot. Also griff ich zu. 

In Santo Domingo de la Calzada werden in Erinnerung an ein Wunder des Ortsheiligen ein weißer Hahn und weiße Hennen in der Kathedrale gehalten, die ihren opulenten Käfig in einem Balkon des Seitenschiffs haben und so einen guten Überblick über das Geschehen haben. Den Pilgern soll der krähende Hahn Glück bringen. Und was tat der Hahn und dann nicht mehr, als ich die Kirche betrat?
Ich Glückspilz! Die Kathedrale war auch sonst eindrucksvoll. Da konnte der weitere Weg überwiegend am Rande moderner Straßen einfach nicht mithalten. Rioja verließ ich und kam nach Kastilien/León, was eine schmucklose Tafel kundtat.
Der Rest war Laufen, zunehmend auch einfach gegen einen heftigenGegenwind ehe ich in Tosantos, einer Eingebung folgend in einer sehr munteren Bar mit angeschlossener Pilgerunterbringung Halt machte. Das Bad bot alles, was geschmackvolle Baumärkte heute bieten und ich hatte fast das Gefühl eines Erstbezugs. Naja, die Füße freuten sich nach diesem Etappenmonster.