Donnerstag, 31. März 2016

Wenn Plan ,B' nicht klappt, dann eben Plan ,E': Von Calzadilla nach El Burgo 43,7 KM

Ein entspannter Tag lag vor mir, dachte ich. Nachts hatte es geschneit, also grub ich tief in meinem Rucksack und holte die warmen Sachen wieder raus. Die Hocheide war zauberhaft gezuckert und man hätte es sich nicht schöner denken können. Erstes Frühstück und auf angenehmen Feldwegen ging es weiter. Diese Gelassenheit angesichts der erwarteten Kurzetappe. Gegen Sahagun wurde der Weg robuster, gleich neben der Leitplanke.
Auch aus der Ferne sah der nächste Zwischenhalt nicht einladend aus, aber der Straßenkehrer grüßte mich nett und das freute mich. In einer dunklen Bar das Mittagsmahl. Ich setzte den Weg fort, denn zum Ziel waren es weniger als 10 Kilometer. Eine Baumallee durchschritt ich und kurz überlegte ich den empfohlenen Nebenweg zu gehen, aber das hätte meine Etappe um weitere 5 Kilometer verlängert, also folgte ich der Leitplanke. Am Zielort Tristesse pur. Verfallene Häuser aus Lehmziegeln, ein verlassenes Goldgräberdorf, in dem nie Gold gefunden wurde. Die
kirchliche Herberge geschlossen, die erste Private offensichtlich auch schon länger, blieb als letzte Patrone die zweite Private. Als ich den Innenhof betrat,
kannte ich die meisten, die mit Drinks in der Hand auf den Liegen saßen von der Voretappe. Der Hausherr eilte vorauseilend und bedauernd herbei, aber es gäbe keine Betten mehr. Aber der nächste Ort sei ja nur 8 Kilometer entfernt. Ich zog mir wortlos eine Cola aus dem gut bestückten Automaten und mein Gehapparat setzte sich ebenso mechanisch in Bewegung und erreichte nach gut 90 Minuten El Burgo, fand in einer campingplatzähnlichen Anlage eine Bettstatt und ließ mein müdes Haupt sinken. Plan ,E' hatte gezogen und Plan ,L' notfalls auch, denn bis León ist es jetzt nur ein Katzensprung.