Es war ein besonderer Weg, nicht so religiös geprägt, wie ich es mir erhofft hatte (die meisten Kirchen waren geschlossen), aber spirituell, weil mir der Weg körperlich keine Pein bereitete und mir im besten Sinne das freie Schweben der Gedanken in einem von den Alltagslasten befreiten Leben ermöglichte. Allen, die mir diese Zeit ermöglicht haben, bin ich unendlich dankbar. Und so freue ich mich nun nach 31 Kilometern Geradeauslaufen seit Sahagun auf die Stadt León, seine berühmte Kathedrale und mein Dankgebet dort für diese wunderbare Wanderung.
Freitag, 1. April 2016
Ein wunderbares Wiedersehen und ein langsamer Abschied: Von El Burgo nach Puente Villarente 25,9 KM
Nach einer bitterkalten Nacht in meiner Campingplatzvorhölle setzte ich am Morgen entschlossen meine Stirnlampe auf und entdeckte zu meiner großen Freude, dass genau unter mir Kevin, der Priester aus Chicago geschlafen hatte, von dem wir uns in Logroño getrennt hatten. "Dich in der Hölle zu treffen, hätte ich nicht gedacht." Gemeinsam flohen wir in die Dorfbar und stärkten uns und beschlossen den 12 km langen Weg bis zum zweiten Frühstück bis Reliegos gemeinsam zu gehen. Es war schön, es ging stetig bergab, wenig und wenn nur kleine Schleierwolken am Hinmel und Ruhe. Ein friedliches Gespräch über dies und das entsponn sich und im Nu war die Bar mit ein paar Stühlen, die in der Sonne standen erreicht. Wir frühstückten ausgiebig, trennten uns, verabredeten uns aber in einer Herberge am geplanten Zielort. Ich genoss den weiteren Weg durch die Sonne, er war ja schon ein Abschied, denn leicht hätte ich heute mein Ziel León bereits erreichen können. Ich atmete jeden Lufthauch ein, schaute mir die schneebedeckten Berge im Norden und Süden an. Und so unerwartet wie vieles unterwegs, tauchte eine Herberge der Extraklasse auf, in der ich auch eine südkoreanischen Lehrerin wiedertraf, von der ich viel über das Leben und Land erfahren hatte. Ach, das wird schön, wenn wir heute Abend in der Gaststube sitzen werden. Ich wollte allein gehen und bin es auch über viele meiner fast 300 Kilometer der zweiten Woche gewesen, aber immer habe ich angenehme Begegnungen gehabt, die in Wiedersehen gemündet sind, die beide Seiten erfreut haben.
Themen
Camino



