Die Wälder, die wir auf der heutigen Etappe durchschritten, befinden sich seit über 500 Jahren im Besitz der Familie von Hatzfeldt-Wildenburg. Seit 1912 ist Schloss Schönstein Verwaltungssitz der Hatzfeldt-Wildenburgschen Kammer und offenbar auf seinen Ländereien sehr emsig.
Eindrucksvoll nach strengen ökologischen Standards bewirtschaftet, bekamen wir einen Eindruck von deren nachhaltiger Forstwirtschaft unmittelbar nachdem wir Schloss Schönstein links liegen gelassen hatten, auf die erste Anhöhe gestiegen waren und fort an über viele Graswege bis ins Firzelbachtal gelangten. Auch dort viel Windbruch vom letzten Sturm, der aber nur so notdürftig beiseite geräumt wurde, dass die Wege passierbar waren.
Eine unwirkliche sommerliche Wärme breitete sich aus, jedoch fehlte das schützende Blätterdach und so war es ein Tag, an dem man meteorologisch die Orientierung verlor. Immer wieder luden Bänke zum Verweilen ein, an Kreuzungspunkten auf den Höhen in alle Richtungen zu schauen, wo Bergisches Land, Siegerland, Westerwald und Sauerland aufeinandertrafen.
An einigen Stellen erinnerten Schautafeln an den 1964 endgültig eingestellten Erzbergbau.
In einer großen Kehre erreichten wir den heutigen Etappenort Scheuerfeld, der von oben eindrucksvoller aussah als aus nächster Nähe. Die Strukturschwäche war mit Händen zu greifen. Ein trauriger Haltepunkt am Rande der Ortschaft, von dem aus die Westerwaldbahn uns nach Wissen zurückbeförderte.
Vielleicht ist der Preis für Ökologie aber auch die Abwesenheit von jeglicher Konsumzivilisation und zwingt die Menschen sich auf den eigenen Herd zu konzentrieren. Der Wald mit seinen auf Jahrhunderte zurückgehende Bewirtschaftung war zauberhaft.