Der nun zutagegetretenene Finanzskandal am Bonner Münster zeigt in eklatanter Weise, wie wenig sich der Kölner Hirte Woelki um seine eigenen Hirten kümmert und wie sehr er in beängstigender Weise ein Herrschaftsverhalten an den Tag legt, für das es in der Heiligen Schrift keine Entsprechung gibt.
Das »Himmelfahrtskommando«, das am gleichnamigen Feiertag den Bonner Stadtdechanten seines Amtes enthob, trug beängstigende Züge finsterer Bünde. Ich bezweifle nicht, dass es innerhalb der Pfarrei zu finanziellen Ungereimtheiten gekommen ist.
Diese sind aus meiner Sicht Folge eines viele Seelsorger überfordernden Haupteinsatz bei der Organisation eines riesigen Apparates, die Bewältigung seelsorgefremder Aufgaben, bei vollkommen unzureichender Begleitung durch das Erzbistum, insbesondere auch auf dem Gebiet der finanziellen Kontrolle.
Die Einführung einer modernen, aber nicht funktionierenden Kirchenbuchhaltung vor einigen Jahren hat zu jahrelanger Intransparenz in Bezug auf das eigene Kirchenvermögen geführt, wie ich als Kirchenvorstand erfahren musste. Eine spürbare, ernstzunehmende Begleitung seitens des Erzbistums gab es in meiner Amtszeit nicht.
Zu kurz gekommen ist aus meiner Sicht als Gläubiger die Stützung der Pfarrer als Seelsorger.
Die für einen Dienstherrn unbarmherzige Vorgehensweise, die auch arbeitsrechtlichen Grundsätzen widerspricht, wirft kein gutes Bild auf einen Erzbischof, der sich auch in der jüngsten Vergangenheit in anderen Fragen, etwa der des Kommunionempfangs durch verschiedenkonfessionelle Eheleute unkollegial gegen seine eigenen Amtsbrüder mit toleranterer Haltung in der Deutschen Bischofskonferenz präsentiert hat, die Priester in ihren Pfarreien vor den Kopf stieß und der sich auch hier der Öffentlichkeit unbarmherzig und ohne Feingefühl gegenüber Gläubigen als anachronistischer Hardliner zeigte.
Bevor der Kölner Erzbischof mit harter Hand über seine Hirten und Schafe richtet, sollte er den Kredit zurückzahlen, den seit seinen respektablen Einlassungen in der Flüchtlingsdebatte schwindelerregend schnell verspielt hat. Als Gläubiger hoffe ich, dass schon an Pfingsten der Heilige Geist auf ihn niederfährt. Das wäre immerhin ein Anfang!
Mein Leserbrief an den Bonner Generalanzeiger.
Dass ich offenbar mit meiner Einschätzung nicht ganz falsch liege, erfuhr ich aus einer Antwort auf eine aufmunternde E-Mail an den geschassten Stadtdechanten, in der er mir u.a. schrieb:
(...) wenn Sie wüssten, wie recht Sie haben.
Danke für Ihre Worte (...)