In 110 Kilometern trafen wir auf drei offene Bars. Die dritte war kurz hinter einer Fatima-Pilgerstätte und aus ihr dampfte es heiß aus der Küche. Der Wirt kochte en gros Tomatensauce, verkaufte aber auch örtliches Gemüse an die Männer die den Einkauf (Pflicht) mit dem Notwendigen (Biertrinken) miteinander verbanden. Die Schankstube war voll und das Geschäft schien zu laufen.
Am Morgen waren wir in unserem Schullandheim bei Regen aufgebrochen,
kauften in einer Bäckerei Proviant und setzen den Weg auf Feldwegen fort, durchquerten einen Wald und gewahrten die ersten Zivilisationsgeräusche. Bald überquerten wir eine Autobahn,
erreichten den Speckgürtel Metz‘ und Hochhäuser im Corbusier-Stil gaben einen Vorgeschmack. Über die Festungsanlagen am Kanal schließlich Ankunft in Metz. Die Kathedrale wie aus dem Stein geschnitzt, das überwältigende Innere, Rosetten, Chagall-Fenster im Chor, gotische Himmelsarchitektur, die im Abendlicht leuchtete. Ein Meilenstein auf dem Camino.
Unsere Unterkunft, über eine Hotel-App gebucht, entpuppte sich als Privatzimmer in Bahnhofsnähe, fast als befände man sich erlaubtermaßen in einem Jugendzimmer.
Naja, die Übernachtungslogistik ist das härteste Unterfangen auf dem Camino.
Endlose Telefonate, echtes Bemühen, viel stille Post, wenig Klarheit. Mal sehen, wo wir morgen schlafen...