Montag, 28. März 2016

Der gedeckte Tisch: Von Burgos nach Hontanas 32,7 KM


Burgos verließ ich nach dem Frühstück in der Bar. Die Rucksäcke stapelten sich in einer Ecke, auf dem TV-Schirm liefen Nachrichten und das Wetter. Kein Regen!

Die Stadt ließ ich schnell hinter mir, Autobahnen und Eisenbahnlinien schnell unterquert. Zweites Frühstück. Hinter Rabé de las Calzadas, einem wie aus dem Stein der Gegend gemeißelten Ort, begann die ,meseta ', die vom spanischen Begriff ,mesa' (=Tisch, Platte, Ebene) abgeleitete Bezeichnung für die Hochebene. Der Tisch war gedeckt für die nächsten Tage in der Region. Einsamkeit oder ab und an Personen in der Ferne. Eine Szenerie wie für das heutige Emmaus-Evangelium. 

28So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 

29aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. 

30Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. 

31Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr.


Denn wie ein Wunder erreichte ich nach kilometerlangen Einsamkeit Hornillos del Camino und fand in einer wirtlichen Stube den gedeckten Tisch, den mir draußen die Natur bot. Das Großartige des Camino ist die jahrhundertealte Gastfreundschaft, denen sie zum Teil ihre heutige Lebendigkeit verdanken. Und bei KM 320 meiner Wanderung empfand ich tiefen Dank, soweit unbeschwert gekommen zu sein und immer einen gastfreundlichen Ort gefunden zu haben. 

Weitere 11 Kilometer Einsamkeit und viel Gegenwind  lagen noch vor mir, aber die Zeichen standen gut und am späten Nachmittag erreichte ich Hontanas.