Wie reist man, wenn man auf langsamen Wegen unterwegs ist? Relativ flott. Noch vor fünfzig Jahren wurde diese Trasse mit Chemikalien von Pflanzen befreit, donnerten lange Güterzüge mit Material für die militärischen Camps über die Strecke. Nach der Stilllegung hat es noch eine Weile gedauert, ehe die Überzeugung gereift war, daraus langsame Verkehrswege zu machen und diese für Reiter, Wanderer und Radfahrer zu erschließen. In Belgien ist daraus ein riesiges Netz entstanden, das unter dem Kürzel RAVeL ausgezeichnet beschildert und kartografiert ist.
So führt uns der Weg von Jünkerath der Trasse folgend durch fruchtbare Landschaften, vorbei an schönen Sichtachsen und sogar einer Wasserbüffelherde, die man dort angesiedelt hat. Die Ortschaften laden zum Verweilen ein, und alte Eisenbahnanlagen wie hier die Wassertankstelle für die Dampfloks, die bis Ende der Siebzigerjahre auf der Strecke verkehrten, ehe sie 1989 stillgelegt wurde, erzählen die Geschichte der Region. Hie und da erklären Schautafeln das Geschehene.
Wir erreichen Malmedy, eine Stadt mit einer preußischen Episode, einer vierjährigen Annexion durch Deutschland 1940-1944 und einer versehentlichen Zerstörung durch die Befreier gegen Ende des Krieges. Am Hauptplatz zum Kaffee und später eine typische Stärkung in einer Friterie. Dann setzen wir die Fahrt fort.
Wir fahren weiter » einem der ältesten Orte Belgiens: Stavelot. Rund um das Kloster hat sich hier eine freundlich verschlafene Stadt entwickelt, mit viel Betrieb am Platz und viel Humor in Bezug auf die allgegenwärtige Kirche. Der zeigt sich besonders in den Masken, die am Fest von Laetare aufgezogen worden sind und noch immer an manchen Häusern hängen.
Bei bester Tempoarbeit auf hervorragend präparierten Pisten, erreichen wir schon gegen Mittag unser Etappenziel. Ein Nachmittag voller Muße bleibt.