Sonntag, 9. August 2026

Im Labyrinth der EU-Außengrenze oder Einmal im Karussell um die Nordsee



Nach letzter kleiner Nacht breche ich früh auf nach Dover. Ich bin der erste Fahrradfahrer und bekomme eine separate Wartelinie. Ich hab noch Zeit, mir im Café ein heißes Getränk und Gebäck zu holen. Ein herrlicher Sommermorgen. Ich werde als Erster aufs Schiff geleitet, welcher Luxus. Die riesige Fähre fast für mich. 



Ich hab einen Fensterplatz. Wir können den Nebel über der See sehen, frühstücke zu Ende, ruhe noch ein wenig. 



Am anderen Ufer empfängt mich die EU-Außengrenze, ein Geflecht, ein Labyrinth von Sicherheitsanlagen. Schließlich werde ich durch eine Schleuse nach draußen eskortiert. Am Sicherheitszaun überhole ich mein Fahrrad, creme mich ein, hinein geht’s in den Sommer.


Über allen Orten liegt sommerliche Ruhe. Die Küstenlinie zum Teil industriell genutzt, ich umfahre weiträumig, in Dünkirchen ebenfalls ein Sommermarkt, ach dieser Brennpunkt der Geschichte. Danach geht es auf einer alten Bahntrasse in nordwestliche Richtung die Küste entlang. In schneller Fahrt, der Wind unterstützt. 


Dann wechsle ich ins Landesinnere und gelange entlang eines Kanals Richtung Norden, bis ich den Kanal erreiche, der Brügge mit der See verbindet. 


Beschattet siebzehn Kilometer herrlicher Asphalt, hinein in die Stadt.

Sie explodiert von Menschen, doch es ist wenig Zeit. Ich war so schnell unterwegs, dass ich einen Zug eine Stunde früher erwische. Ein Abteil, ein ganzer Waggon für Fahrradfahrer reserviert. Ich sinke ins Fauteuil. 


Mild erschöpft, glücklich. 


Was für eine schöne Kreisfahrt.