Freitag, 18. September 2026

Vaterland im Rex


Es ist schön, dass es Orte gibt, die sich seit der eigenen Zeit in Bonn kaum verändert haben. Das Rex-Kino gehört dazu – und hat zugleich eine bewegte Geschichte.

Eröffnet wurde es am 7. März 1952 in einem im Krieg beschädigten Saal der Gastwirtschaft „Zum Frohnhof“ an der Frongasse. Ende der 1970er-Jahre musste das Kino im Zuge der Kinokrise schließen. 1981 wagte ein studentischer Filmklub den Neuanfang und machte aus dem Rex wieder ein Programmkino. Seitdem wird es von der Rex-Lichtspiel GmbH betrieben und zeigt vor allem europäische Arthouse-Filme.

Heute wirkt der Kinosaal, der seit der Wiedereröffnung kaum verändert scheint, ebenso wie der Vorraum wie eine Zeitkapsel. Eine kleine Welt aus einer Zeit, die es so nicht mehr gibt.

Gezeigt wurde diesmal ein dokumentarischer Spielfilm über Thomas Manns einwöchige Reise nach Frankfurt am Main und Weimar anlässlich Goethes 200. Geburtstags. Der Saal war angenehm gefüllt. Ganz überzeugen konnte uns der Film nicht. Aber er gab Anlass, über Thomas Mann, seine Reise und diese besondere Begegnung mit Goethe noch einmal nachzudenken und ins Gespräch zu kommen.

Ein schöner Augenblick – am richtigen Ort.