Ein Klassiker der Radsportliteratur. Als ich 1981 mein Rennrad kaufte, begann ich sehr bald, von hier aus das Bergische Land zu erkunden. Die Fahrt nach Lindlar zur Eisdiele gehörte zu den klassischen Ausfahrten, die ich mit meinem Bruder nach Feierabend unternehmen konnte.
Eine Variante dieser Tour unternehme ich am Wochenende mit Th53. Wir starten an der Kauler Kreuzgasse, die unserem alten Startpunkt und unserem Zuhause am nächsten liegt. Hinauf geht es zum Bensberger Schloss, in Richtung Moitzfeld und über die Höhen mit Blick auf den Kölner Dom weiter nach Herkenrath.
Das Terrain zeigt sich unverändert; selbst der Radweg scheint zuletzt vor über 40 Jahren geteert worden zu sein. In Herkenrath biegen wir auf der Höhe nach Bärbroich ab und fahren über eine alte Kreisstraße hinunter ins Sülztal. Malerisch schlängelt sich die Straße am Gewässer entlang, mündet schließlich in die Verbindung von Immekeppel nach Lindlar, und an der alten Tuffi-Molkerei geht es hinein ins Herz dieser schönen Landschaft.
Aus der Erinnerung tauchen die Raser und Motorradfahrer von früher wieder auf, die immer noch unterwegs sind. Unter den Motorisierten herrscht hier wirklich ein anderes Klima, wenn man es mit unserer beschaulichen Eifel-Landschaft vergleicht.
Der Anstieg auf die Höhen ist mühsam, wird aber mit 360-Grad-Blicken belohnt. Die Sonne scheint, es könnte nicht schöner sein. Schließlich erreichen wir Neuensaal. Diese Verbindung von Bensberg nach Altenberg ist eine schöne Querstrecke, und ein kurzes Teilstück der kurvenreichen Achterbahn nach Biesfeld gehört zu den schönsten Abschnitten, die man im Bergischen befahren kann.
In Biesfeld geht es in Schussfahrt hinunter nach Dürscheid. Dort hat sich offenbar ebenfalls in 40 Jahren nichts verändert, außer dass sich der Verkehr vervielfacht hat. Eine stattliche Zahl von Muscle Cars quält sich den Anstieg nach Spitze hinauf, weil es auf der engen Straße keine Möglichkeit gibt, an uns Radlern vorbeizufahren.
Wir fahren zurück nach Herkenrath und auf bekannten Wegen. Vor uns liegen die Kölner Bucht und das zum Greifen nahe Siebengebirge; ein Scheich feiert seine Verlobung, und auch sonst tummelt sich ein wenig Halbweltpublikum vor der festlichen Kulisse.
Ein Besuch meiner alten Pfarrkirche St. Nikolaus und des Treffpunkts daneben, mit Blick in die Gruppenräume, gehört ebenfalls dazu.
Durch die Fußgängerzone, die nach der Zerstörung Bensbergs durch örtlichen Stadtplaner Ende der 1970er-Jahre mehrere Liftings erlebt hat, fahren wir wieder zu unserem Ausgangspunkt, der Kauler Kreuzgasse. Dort hatte ich früher mit meinem Freund J. schon einmal einen Fronleichnamsaltar vorbereitet.
Schön, diesen Moment aus der Vergangenheit mit meiner Liebsten zu teilen.