Mittwoch, 10. Juni 2026

Landschaftskino oder Ackergaul trifft Weidekühe – Fourmier - Rethel


Am Morgen verlassen wir unser Hotel am Teich nach einem guten Frühstück und folgen zunächst einer schönen Strecke durch den Wald, teilweise auf alter Eisenbahntrasse bis Hirson. Es ist noch kühl und feucht, aber die Sonne blitzt schon sachte hindurch. Ein kurzer Halt, und dann Landschaftswechsel.


An diesem Tag verlassen wir den EuroVelo 3, der als eine Art Jakobsweg für Radfahrer bis nach Santiago führt. Eine kleine Hinweistafel im Wald weist darauf hin. In Hirson setzen wir den Weg anders fort und folgen einer Strecke auf Nebenstraßen, die kleinteilig individuell geplant, sich als sehr pittoresk entpuppt.


Wir sind nun in der Thiérache, die uns hügelig, grün, durchzogen von Hecken, kleinen Wäldern und Bächen empfängt. Je weiter wir nach Süden kommen, desto offener wird die Landschaft. Das dichte Grün weicht allmählich einem weitem Horizont. Die Wälder lichten sich. Und Getreidefelder in der Ferne kündigen den Übergang zur Champagne an. Und das Weidevieh schaut überall neugierig zu. 



Es ist wunderbar, diese wechselnden Topographien zu genießen, auch wenn es bedeutet, dass wir mit den Rädern auf und ab fahren. Ist eben kein Wunschkonzert. Mal lassen wir uns an einer Kreuzung von einer Herde Kühe bestaunen. Mal setzen wir die Fahrt zwischen Weizenfeldern und Hecken fort. Manchmal ist es eine Fahrt durch die Ortschaften wie bei der Tour. 

Ich treibe meinen Ackergaul derweil über die Höhen. 

Der Blick öffnet sich weiter, ach diese Ahnung von Champagne. Es wird sanfter. Wie wunderbar! 

Der Wind weht sehr kräftig aus Südwest. Aber mit einigen Pausen am Wegrand gelangen wir dennoch schon am frühen Nachmittag nach Rethel.

Eine muntere Stadt mit stolzer Mairie,
Nicht größer als Ippendorf. 

Erkenntnis des Tages: Die französische Provinz verfügt über ausgezeichnete Straßen — und atemberaubende Ortsdurchfahrten.